Ist das Kunst, oder kann das weg?

Wie zum Henker kommt man auf sowas???? Diese Frage hat sich mit Sicherheit jeder schon einmal gestellt, wenn er, sie, oder es (wir wollen ja alle Möglichkeiten abdecken ;) ) mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert war. Und ja, bei manchen Kunstwerken kann man sich zurecht fragen, was der Künstler geraucht hat, als er auf die Idee gekommen ist, oder ob er gerade in Behandlung war. Gerade einige der Videoinstallationen, die ich damals anno 2002 in der Tate Modern Gallery in London gesehen habe, würden eindeutig in letztere Kategorie fallen. Ich frage mich , wie jemand auf die Idee kommen kann, sich in Glasscherben zu wälzen, das aufzunehmen, und das ganze in einer Videoinstallation als Kunst zu verkaufen. Und bevor jemand fragt, ja, das war in der Tate Modern zu sehen.
Es wäre allerdings auch unfair, alle momentan aktiven Künstler als selbstverletzende Pflegefälle darzustellen. Zugegeben,  Joseph Beuys mit seiner Fettecke ist auch nicht viel besser, aber seien wir mal ehrlich, für jeden derartigen Freak gibt es eine ganze Schar von Künstlern, die hochinteressante, teilweise aufwühlende Bilder, Gemälde, oder Skulpturen erschaffen, die nicht gleich nach einem Psychiater schreien.
Wat soll denn der Scheiß schon wieder???? Ist der Typ denn mittlerweile auch noch unter die Kunstkritiker gegangen? Keine Sorge, ich verdiene mein Geld weiterhin auf ehrliche Art und Weise, ohne reihenweise die Werke anderer herunterzumachen. Auch wenn ich selbst nicht das Zeug zum Bildhauer habe, meine Fähigkeiten in dem Sektor beschränken sich darauf, jemanden unangespitzt in den Boden zu rammen, so habe ich oft genug auf der Bühne gestanden, dass ich weiß, wie viel Arbeit viele Künstler in ihre Werke stecken. Allerdings habe ich mittlerweile auch auch selbst angefangen, meine Fühler in eher künstlerisch angehauchte Gefilde auszustrecken. Mein Interessensgebiet? Langzeitbelichtungen.
Cork Lightscapes - Blick nach Süden auf der Parnell Bridge
Häää? Was soll ich denn das für ein Schweinkram sein? Nun ganz einfach, das sind die Bilder, wo die Lichter von vorbeifahrenden Autos oder anderen Fahrzeugen zu langen farbigen Linien werden. Oder die Bilder, wo Wasserfälle zu mysteriösen, nebligen Erscheinungen werden. Diese "Kunstform" (ich höre die selbsternannten Kritiker schon ihre Nasen rümpfen) hat sich bei mir angeboten, da 90% der nötigen Hardware bereits vorhanden waren. Man braucht nämlich eigentlich nicht allzu viel. Das wichtigste, da wir hier von Fotokunst reden, ist naturgemäß eine Kamera. Eine DSLR wäre natürlich das beste, ist aber nicht Pflicht. Ich selbst arbeite ja mit einer Fujifilm Finepix HS20 EXR, also einer Bridge-Kamera. Man kann aber auch genau so gut mit einer Kompaktkamera, oder sogar mit der Kamera seines Smartphones arbeiten, auch wenn man in letzterem Fall eventuell eine App braucht, um Belichtung, etc. einzustellen.
Mein Hauptwerkzeug wieder, die Fujifilm Finepix HS20EXR
Absolut unverzichtbar sind aber ein Stativ und ein Fernauslöser. Egal, wie vorsichtig man den Auslöser drückt, es wird zu einer Verwackelung des Bildes führen. An dem führt also kein Weg vorbei. Andere Sachen, wie z.B. Belichtungsmesser, oder entsprechende Filter sind ganz nett, aber nicht zwingend erforderlich.
Is ja gut, ich hör ja schon auf mit dem theoretischen Gebrabbel. Ja, ich habe schon eine ganze Reihe von derartigen Bildern gemacht. Da blogger.com, so gut es als Bloghost auch ist, nicht wirklich die optimale Plattform für Bildergalerien ist, habe ich mir dafür einen Flickr-Account zugelegt. Schaut doch einfach mal vorbei. Ja, mir ist bewusst, dass ich schon seit längerem keine Bilder mehr hochgeladen habe, nachdem der letzte Sommer allerdings ein Reinfall war, konnte ich nicht so viele Fototouren unternehmen, wie geplant. Ich gelobe feierlich Besserung. Mich Würde hier auch eure Meinung als Leser interessieren, dafür ist extra die Kommentarbox da. Ach ja, Themenvorschläge nehme ich auch gerne entgegen.
Tief im Westen - Blick entlang der Western Road in Cork
Okay, ich gebe ja zu, dass ist keine Langzeitbelichtung, aber den Himmel musste ich einfach festhalten.
Cork Lightscapes - Lancaster Quay

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Vom Tod einer Stadt - die vergessene Katastrophe von Longarone

DJI Spark - Klein, aber fein!

Einzelhandel - Die selbstgemachte Krise