Eine bessere Art zu fliegen? Tipps und Tricks für Nicht-Allzu-Viel-Flieger

Wer heutzutage reisen will, kommt am Flugzeug fast gar nicht mehr vorbei, erst recht nicht, wenn man, wie ich, in einem Land lebt, das auf allen Seiten von Wasser umgeben ist, momentan sogar von oben. Die Grenze zu Nordirland ignoriere ich mal geflissentlich. Wenn man sich aber die Fluggesellschaften anschaut, dann sieht man, das praktisch alle Angebote von diesen auf Vielflieger ausgelegt sind, ebenso wie die Einrichtungen vor Ort auf den Flughäfen. Von den berüchtigten Sicherheitsschleusen rede ich erst einmal gar nicht. Auch wenn ich selbst mittlerweile mindestens 3-4 mal im Jahr im Flugzeug sitze, so bin selbst auch nicht wirklich ein Vielflieger, auch wenn ich sowohl bei Lufthansa’s Miles-and-More-Programm, als auch beim Flying-Blue-Programm von KLM/Air France Mitglied bin. Wie macht man sich das fliegen also möglichst angenehm? Nun, ich habe mir da im Laufe der Jahre ein paar Grundsätze zurechtgelegt.

1.) Billiger ist nicht zwangsläufig besser.

Zwischen denen hier....
... und denen gibt es oftmals nur noch geringe Unterschiede. Auch Preismäßig.
Zugegeben, Airlines wie Ryanair, Easyjet, Vueling, oder Norwegian haben einen definitiven Daseinszweck, nicht nur das, sie haben den Luftverkehrsmarkt in den letzten Jahrzehnten auch ganz gewaltig durcheinander gewirbelt. Allerdings sind diese Gesellschaften kein Allheilmittel. Die Preise an sich mögen oftmals wirklich niedrig sein, wenn man dann aber Gepäck, Transfers zu den manchmal etwas abgelegeneren Flughäfen, etc. mit einberechnet, ist der Unterschied zu den großen Airlines, oder auch “Legacy Carriers”, nicht mehr allzu groß. 

2.) Keine Angst vorm umsteigen.


Ob New York JFK, wie auf diesen beiden Bildern...

...oder Zürich, Umsteigeverbindungen sollten nicht von vornherein ausgeschlossen werden.
Ich wohne ja, wie aufmerksame Leser dieses Blogs vielleicht schon mitbekommen haben, in Cork, im Südwesten Irlands. Der lokale Flughafen ist sehr gut an die üblichen Sonnenziele am Mittelmeer, an Großbritannien, an Frankreich, und die Niederlande angebunden. Die Anbindung an den Rest Europas ist, um es diplomatisch auszudrücken, suboptimal. Also bleibt einem nur, entweder die drei Stunden Busfahrt zum Flughafen Dublin in Kauf zu nehmen (nie wieder!!), oder von Cork aus eine Umsteigeverbindung zu nutzen. Letzteres ist de Lösung, für die ich mich in letzter Zeit immer öfter entscheide. Gerade Flughäfen wie Amsterdam sind als Umsteigeflughäfen ausgelegt, und selbst das von mir immer wieder gerne verfluchte London Heathrow ist, eine entsprechende Umsteigezeit vorausgesetzt, eine gute Alternative. Und gerade, wenn man mit großen Namen wie KLM, oder British Airways fliegt, und das Gepäck gleich durchgeleitet wird, ist eine Umsteigeverbindung kein großes Drama. Nur zwei Tipps in dem Zusammenhang: Plant mindestens 2 Stunden Transferzeit ein, und macht einen Bogen um den Flughafen Paris Charles de Gaulle.

3.) Bereitet euch auf die Sicherheitskontrolle vor.

Am besten noch zuhause. Wenn es das Wetter am Abflugort oder am Zielflughafen auch nur halbwegs zulässt, lasst eure Jacke im Koffer verschwinden, eure Schlüssel tief unten im Handgepäck, und habt nur das nötigste in den Hosentaschen. Ernsthaft. Es bring nicht wirklich etwas, den gesamten Hausstand mitzunehmen, und es sorgt für massive Verzögerungen. Achtet auch auf die Flüssigkeitsbeschränkungen, und bereitet Flüssigkeiten, die im Handgepäck sein müssen, entsprechend vor. Wenn ihr dann am Checkpoint seid, wartet nicht, bis ihr direkt vor dem Metalldetektor steht, bis ihr mit den Vorbereitungen beginnt. Wenn ihr in einer Schlange steht, könnt ihr die Zeit durchaus schon mal nutzen, um z.B. den Gürtel auszuziehen, und die Hosentaschen zu leeren. Vermeidet es, wenn irgend möglich, formelle Lederschuhe, etc. zu tragen. Diese haben oft einen Metallstift in der Sohle, der den Metalldetektor auslöst, und zu einer persönlichen Untersuchung führt. Zu guter letzt: Seid freundlich zum Sicherheitspersonal, und behandelt die Kollegen vor Ort mit Respekt. Ich habe, wenn auch an einem anderen Objekt, selbst in der Branche gearbeitet, und weiß, dass viele die Jungs und Mädels von der Security im besten Fall als Einrichtungsgegenstand, häufiger aber als Ärgernis sehen. Eine Kontrolle geht nicht schneller, nur weil ihr den Typen am Röntgengerät wie Dreck behandelt!

4.) Reist leicht

Sofern man nicht gerade auswandern (wie es bei mir auf dem Bild der Fall war), sollte man versuchen, das Handgepäck so gering wie möglich zu halten.
Egal mit wem ihr fliegt, im Endeffekt wird es darauf hinauslaufen, dass ihr, unter Umständen mehrere Stunden, in einer unter Druck stehenden Aluminiumröhre durch die Stratosphäre geschossen werdet, während ihr in ergonomisch manchmal fragwürdigen Sitzen eingepfercht seid. Hach, die  Romantik der Fliegerei! aber Ernsthaft, sofern ihr euch keinen Flug in der Business Class leisten könnt, werdet ihr euch oftmals fühlen wie eine Sardine. Da macht es keinen Sinn, auch noch unbequeme Klamotten zu tragen oder gefühlte 2 Zentner Handgepäck mit sich rum zu schleppen. Das soll jetzt nicht unbedingt heißen, dass ihr in Typischer Kevin/Schantall-Ausgehkleidung (Jogginghose, labberiges T Shirt) rumlaufen müsst, Aber eine bequeme, dünne Hose, und ein ebenso leichtes Hemd machen die Reise da auf jeden Fall leichter. 
Ähnliches gilt für das Handgepäck. Ja, ich weiß, viele Airlines verlangen mittlerweile teilweise richtig Kohle für den Transport von eingechecktem Gepäck, allerdings sollte man sich ernsthaft die Frage stellen, ob die vermeintliche Einsparung es tatsächlich wert ist, alles, was man braucht, in einem Kabinentrolley hinter sich her zu zerren. Meine Empfehlung ist, eher das Geld für einen eingecheckten Koffer in Kauf zu nehmen, und dafür nur eine kleine Tasche in die Kabine mitzunehmen, zumindest bei längeren Reisen. Bei einem 2-Tage-Kurztrip ist das natürlich weniger dramatisch. Ich selbst habe z.B. bei Flügen nur meine kleine Laptoptasche mit meinem Notebook, meinem iPhone, Pass, einer Power Bank, und Kopfhörern dabei, der Rest wird eingecheckt. 

5.) Verachtet mir die Lounges nicht


Mann muss nicht mehr Stunden im Flugzeug sitzen als manche Flight Crews, um in manche Lounges reinzukommen.
Business Lounge. Wer dieses Wort hört, der denkt vermutlich automatisch an irgendwelche Typen in Pinguin-Outfits, die eine Gold-Platin-Senator-Card von ihrer Airline haben, und dieser nur vorzeigen müssen, um in einen Bereich zu gelangen, wo sie kostenlos verköstigt werden, und vom normalen "Pöbel" getrennt sind, und ja, auch solche Lounges gibt es. Gerade im deutschsprachigen Raum werden sogar die meisten Lounges nach diesem Muster funktionieren, damit diese Vielflieger eben von den ungewaschenen Massen getrennt sind, in Deutschland gibt es ja nach wie vor ein fast masochistisches Verhältnis zum Thema Selektion. Es geht allerdings auch anders, gerade im Ausland. Dort findet man immer wieder Lounges, die man gegen eine gewisse Gebühr nutzen kann, ohne Mitglied eines Vielfliegerprogramms, und eines prall gefüllten Meilenkontos zu sein. Ich habe derartige Dienste schon öfters in Anspruch genommen, z.B.  I in Dublin, Bristol, oder auch in Amsterdam, die komplette 1. Hälfte dieses Artikels ist zum Beispiel in der Aspire Lounge 41 am Flughafen Amsterdam Schiphol entstanden. Gerade vor Langstreckenflügen, oder bei längeren Umsteigezeiten sind derartige Lounges durchaus eine gute Möglichkeit, für ein paar Stunden aus dem Trubel zu entkommen, und etwas abzuschalten. Kostenloses WLAN, sowie ebenso kostenfreie Snacks, Getränke, etc. sind natürlich auch nicht zu verachten. Schaut einfach vor dem Abflug mal auf der Website des entsprechenden Flughafens, oder eines Loungebetreibers wie Servisair vorbei, und informiert euch.

6.) Schaut euch die Sicherheitseinweisung an!

Es gibt einen Grund, warum solche Sicherheitsanweisungen in jedem Flugzeug ausliegen. Lest euch die Dinger durch, und haltet euch daran. 
Ich habe mittlerweile schon einige Flugstunden in meinem virtuellen Logbuch stehen, trotz allem habe ich mir angewöhnt, die Sicherheitseinweisung am Beginn eines Fluges IMMER anzuschauen. Ja, ja, ich weiß, dass es teilweise etwas lächerlich aussieht, und wenn man nicht weiß, wie man einen Sicherheitsgurt schließt, dann sollte man nicht ohne Betreuung in der Öffentlichkeit herumlaufen, es gibt aber trotzdem genug wichtige Punkte, auf die ihr achten solltet. Am wichtigsten sind dabei definitiv die Sauerstoffmasken. Im Falle einer Dekompression auf Reiseflughöhe habt ihr maximal 8-16 Sekunden, bis euer Gehirn aufgrund von Sauerstoff-Mangel anfängt, fehlerhaft zu arbeiten. Panisches herumschreien macht die Situation nicht wirklich besser, insofern passt auf, wenn die Sauerstoffmasken ausgelöst werden, geht es um jede Sekunde.
Ähnliches gilt für die Notausgänge. Egal ob Startabbruch, oder Notlandung, wenn die Notausgänge geöffnet werden, heißt es "Keine Fragen stellen, und nix wie raus".Erst dann nach den Ausgängen zu schauen, ist zu spät, und stellt nicht nur eine Gefahr für euch dar, sondern auch für die Passagiere, die eventuell hinter euch sind. Vergesst nie, das es immer sein kann, das Notausgänge durch Trümmer, Feuer, oder ähnliches blockiert sind, ihr solltet euch da also auf jeden Fall nicht nur den nächsten Notausgang, sondern auch mindestens eine Alternative einprägen. Ach ja, eines noch: LASST EUER HANDGEPÄCK IN DER KABINE! Egal wie teuer die Handtasche von Prada, oder die Laptoptasche von Porsche Design war, sie sind es niemals wert, sein Leben, oder das Leben anderer Passagiere zu riskieren.

Ich könnte hier noch viel mehr schreiben, dass man sich vorher mal die Sitzpläne der Flugzeuge, mit denen man fliegt anschauen sollte, um zu verhindern, dass man an einem Fensterplatz ohne Fenster landet, dass man lieber zwei mal überprüfen sollte, dass man die korrekten Dokumente dabei hat, etc. Als Abschluss kann ich aber nur noch sagen, dass ihr die Flugbegleiter, ebenso wie die Cockpit-Crew, mit Respekt behandeln solltet. Das sind nicht einfach Saftschubsen, die man anschnauzen, belästigen, oder ignorieren kann, deren Hauptaufgabe ist es, im Notfall bei der Evakuierung und bei der Medizinischen Versorgung von Fluggästen zu helfen. Und ja, die Damen und Herren sind die ultimative Autorität in einem Flugzeug, deren Wort gilt. Also verhaltet euch bitte entsprechend.

Alles in allem, trotz Körperscannern und Flüssigkeitsverbot, trotz Inneneinrichtungen auf Viehtransporter-Niveau, und trotz dem teilweise arg reduzierten Serviceangebot an Bord, ist das fliegen nach wie vor eine faszinierende Art zu reisen, und gerade, wenn man auf Flughäfen wie Amsterdam, London Heathrow, oder Frankfurt umsteigt, dann merkt man, wie international die Fliegerei ist, wenn man Flugziele wie Curaçao, St. Maarten, Paramaribo oder Jakarta auf den Monitoren sieht, neben den unvermeidlichen Ski-, oder Sonnenbombern. Und auch, wenn die Fliegerei mittlerweile ein Massenbetrieb ist, so sollte man sich doch mal wieder Zeit nehmen, um einen Flug mehr zu, naja genießen würde ich nicht unbedingt sagen, aber auf jeden Fall ihn zu erleben!

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