Google - Was bieten die? Teil 1 - Webbasierte Anwendungen

In den letzten Jahren hat sich Google aus einer Suchmaschine mit lustigem Namen zu einer digitalen Supermacht entwickelt. Von E-Mails über Karten und Navigation bis hin zu Webanalyse bietet Google mittlerweile fast alles. Das man sich mit so einem überwältigenden Angebot keine Freunde macht. Ist klar. Die Opposition reicht mittlerweile von den Üblichen Linux-Command-Line-Verschwörungstheoretikern, über Datenschutzbeauftragte die hoffnungslos in den 1908ern hängen geblieben sind bis hin zu opportunistischen Politikern auf Bundes-, und Landesebene die Opposition gegen Google als einfache Möglichkeit sehen bei der uninformierten Masse Popularitätspunkte zu sammeln.
Aber diese Problematik wollen wir mal beiseite lassen. Ich will mein Hauptaugenmerk auf die diversen Dienste richten, die Google mittlerweile abseits der Suchmaschine liefert. Das ist mittlerweile eine ganze Latte.

GOOGLE MAIL



Google Mail ist Google's Antwort auf den einst sehr erfolgreichen E-Mail-Dienst Hotmail von Microsoft, oder auf Freemail-Anbieter wie GMX oder Web.de. Der Dienst, der im Ausland auch als GMail bekannt ist, zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus. So stehen den Usern mittlerweile über 7 Gigabyte an Speicherplatz zur Verfügung. Zum Vergleich, GMX bietet 1 Gigabyte freien Speicher an, Web.de sogar nur 12 MB. (Da hat ja selbst mein Handy mehr Speicherplatz für E-Mails!)
Was unterscheidet Google Mail nun von anderen Webmail-Diensten? Wieso hat es 2005 den 2. Platz unter den 100 Besten Web-Anwendungen der PC World erreicht, direkt hinter Firefox?

Nun, als erstes mal gehört die Oberfläche von Google Mail zu den komfortabelsten die mir bis jetzt untergekommen sind.






Wie man oben sieht hat Google Mail einige Besonderheiten. So werden die eingehenden E-Mails zuerst nach Thema und dann nach Zeit sortiert. Es ist zuerst etwas ungewohnt, geht einem aber schnell in Fleisch und Blut über. Besonders ist auch, das sämtliche Mails zu einem Thema zusammen gefasst werden, egal wer der Absender ist. Dies ist vor allem bei längerem Schriftverkehr sehr hilfreich.


Hier sind wir auch schon beim wichtigsten Punkt in Google Mail, dem Editor. Der Funktionsumfang gerade auch im Bereich Formatierung übersteigt das was ich von anderen Webmailern kenne um ein vielfaches. Solche Sachen wie Einzug vergrößern oder verringern, Zitieren, oder Aufzählungen habe ich bis dato bei keinem anderen Dienst gesehen. Hier sieht man allerdings auch wie Google sein Geld mit diesem Dienst verdient. Auf der Rechten Seite wird kontextsensitive Werbung eingeblendet. 
Eine Besonderheit gibt es bei den Adressen: Google Mail zeigt die jeweils zu den Eingaben passenden Kontakte an, egal ob man E-Mail-Adresse, Vorname, Nachname, oder Spitzname eingibt.


Die Suchfunktion in Google Mail ist extrem leistungsfähig. Wär auch peinlich wenn Google hier gepatzt hätte. Auf dem obigen Screenshot sieht man eine weitere Besonderheit von Google Mail. Wenn man einmal eingeloggt ist hat man über die Quicklinks oben links zugriff auf alle anderen Google-Anwendungen. 


Die Kontaktdatenverwaltung ist mit die einfachste, die mir bis jetzt untergekommen ist. Die Bedienung ist wirklich selbsterklärend.

Alles in Allem ist Google Mail wirklich gut durchdacht  Alle Funktionen sind leicht zu erreichen, und die Performance ist gerade im Vergleich zu GMX, extrem gut. Außerdem gehören der Spamfilter und der Virenfilter von Google Mail zu den besten die Momentan verfügbar sind. Wenn man ein Android-Handy, wie z.B. das Motorola Milestone  (schamlose Eigenwerbung) hat , werden die Kontakte und Mails automatisch mit dem Google-Mail-Account synchronisiert.

Google Kalender

Google Kalender stellt die Perfekte Ergänzung zu Google Mail dar. Zusammen bieten beide Anwendungen einen Leistungsumfang der sich nicht hinter teuren Profi-Lösungen wie Microsoft Outlook verstecken muss. Seitdem Google dieses Angebot 2006 auf den Markt gebracht hat erfreut sich dieser Dienst steigender Beliebtheit.





Nein, die bunten Farben sind nicht durch irgendwelche Chemikalien verursacht die man bei diversen WM-Parties zu sich genommen hat! Jede Farbe steht in Google Kalender für einen eigenen, ähm.. Kalender. Das heißt man kann sich eigene Kalender für sich selbst erstellen, für diverse Projekte an denen man arbeitet, man kann Kalender von anderen Usern sehen, sofern man die Freigabe dafür hat, und auch eigene Kalenderfür andere zur Verfügung stellen. Wer braucht da noch Outlook? Außerdem liefert Google bereits eine Grundaustattung an Kalendern mit, so z.B. Die Passenden Feiertage für die jeweilige Heimatregion des Users.




Das Google Kalender neben den typischen Ansichten (Tag, Woche und Monat, Jahresansicht ist im Beta-Stadium) auch über eine Terminübersicht verfügt versteht sich eigentlich von selbst, der Vollständigkeit halber habe ich trotzdem noch einen Screenshot angefügt. Das Auch Google Kalender sich automatisch mit einem Android-Smartphone synchronisieren kann muss ich glaube ich nicht extra erwähnen.


Google Text und Tabellen

Hier hat sich Google in einen stark umkämpften Markt eingemischt. Im Bereich der Office-Anwendungen hat sich neben dem Platzhirsch aus Redmond mit Microsoft Office auch die Freeware-Plattform OpenOffice etabliert, die von Sun Microsystems und mittlerweile von Oracle unterstützt wird. Hier setzt Google seinen Webbasierten Ansatz dagegen. Google Text und Tabellen, im englischen Original Google Docs genannt, läuft vollständig im Browser, und ermöglicht nach einer Reihe von Updates mittlerweile einen Ähnlichen Funktionsumfang wie die beiden großen Konkurrenten.



Über den Hauptbildschirm von Google Docs hat man Zugriff auf alle wichtigen Funktionen, sei es das neuerstellen von Dokumenten, das Hochladen vom Rechner oder USB-Stick, oder auch die Ordner und Zugriffsverwaltung. Das ist nämlich einer der Kernpunkte von Google Docs, die Möglichkeit, kollektiv an einem oder mehreren Dokumenten zu arbeiten. Aber auch für uns schnöde Solo-User ist die Funktionalität durchaus beeindruckend.


Wenn man Otto Normaluser auf Office-Anwendungen anspricht, dann ist das was den meisten als erstes dazu einfällt die Textverarbeitung. Hier macht Google Docs nichts falsch. Auch wenn der Funktionsumfang teilweise etwas hinter dem von OpenOffice und Co. zurückbleibt, so lassen sich alle wichtigen Arbeitsschritte damit erledigen. Wenn man doch mal eine Offline-Kopie brauchen sollte, lässt diese sich in allen gängigen Formaten, von .doc (Microsoft) über .odt (OpenOffice) bis hin zu .pdf speichern.



Neben der Textverarbeitung ist die Tabellenkalkulation die am zweithäufigsten genutzte Funktion fast jeder Office Suite. Es ist auch die am häufigsten verfluchte! Bei Google Docs gibt es jedoch kaum Grund zum Fluchen, die Online-Lösung braucht sich nicht hinter Microsoft Office und konsorten zu verstecken. Alle Funktionen sind verfügbar. Zwar hat Google einige Beschränkungen betreffend der Tabellengröße eingebaut, aber 256 Spalten, 200.000 Zellen, und 99 Blätter pro Tabelle sollten für den Privat-, bzw Kleinen Geschäftsuser auf jeden Fall reichen!


Wer eine PowerPoint-Allergie hat sollte möglichst schnell weiterscrollen. Wir sind bei den Präsentationen angekommen, der Virtuellen Seuche schlechthin! Auch hier macht Google nichts falsch. Wer also PowerPoint-süchtig ist, oder aber die entsprechende Anwendung von seinem Chef nicht genehmigt bekommen hat kann hier bedenkenlos zugreifen.



Ein etwas obskurer Teil der Office-Suite von Google ist der Formular-Generator. Während Microsoft und OpenOffice diese Funktionalität zwar in Word bzw. Write integriert haben, aber etwas stiefmütterlich behandeln, hat Google das ganze in eine eigene Anwendung ausgelagert. Auf den ersten Blick wirkt sie ganz solide, aber getestet habe ich sie noch nicht.
Insgesamt ist das Paket das Google hier geschnürt hat beachtlich. Die Anwendungen sind allesamt sehr leistungsfähig, und brauchen sich hinter ihren Konkurrenten nicht zu verstecken. Dazu kommt das die Daten, wie auch die Anwendung selbst, serverseitig gespeichert sind. Vor allem für Nutzer von Netbooks der ersten Generation, wie z.B. den Eee PCs von Asus oder dem Aspire One 110L.

iGoogle


Man kennt es von diversen Mobiltelefonen und Smartphones: Der eine will einen Überblick über seine Termine, der andere möchte wissen welche E-Mails reingekommen sind, und der dritte braucht einen Überblick über die Wettersituation. Also legt man sich die entsprechenden Widgets auf dem Homescreen ab. Mit iGoogle hat der Suchmaschinenriese aus Mountain View jetzt eine solche Lösung auch für PCs im Angebot.


iGoogle ist nichts weiter als eine erweiterte, personalisierte Google-Seite. Hier kann man sich die Komponenten komplett frei zusammenstellen. Das neben Widgets zur Deutschen Bahn und zum Wetter auch solche für alle gängigen Google-Anwendungen vorhanden sind brauch ich wohl nicht extra zu erwähnen?




Blogger

Nun sind wir also auch schon bei der letzten Anwendung für diesen ersten Teil angekommen. Bevor Blogger auf den Markt kam war die Welt für uns Darstellungsneurotiker hart. Man konnte zwar eine eigene Website auf die Beine stellen, was aber durchaus aufwändig war wenn man ein ansehnliches Resultat wollte musste man jede Menge Zeit und technisches Verständnis aufbringen. Hatte man dies nicht, so konnte man noch versuchen sich in den Medien breitzumachen, aber das war's dann auch.
Dann setzte ca um das Jahr 2002 die Blog-Welle ein. Darstellungsneurotiker aller Länder jubelten vor Freude. Und auch Google wollte sich diesen Markt nicht entgehen lassen. Der Konzern aus Mountain View, Kalifornien, übernahm 2003 den bis dahin unabhängigen Anbieter blogger.  Dieser ist, nach einigen Umbauten unter der Ägide von Google, mittlerweile zu einem leistungsfähigen und vielseitigen Werkzeug geworden, das aber immer noch komfortabel zu bedienen ist. Webhosting für faule sozusagen.






Dies ist das Herzstück von Blogger, das sogenannte Dashboard. Von hier aus kann an auf sämtliche Funktionen der Anwendung zugreifen, das Design ändern, neue Autoren hinzufügen, neue, noch in Entwicklung befindliche Funktionen von Blogger testen usw. Auch an Profilneurotiker ist gedacht, sein eigenes Profil kann man auch verändern.




Hier haben wir das, worauf es bei Blogger wirklich ankommt: Den Editor. Mit dem Ding ist dieses komplette Blog entstanden, und das ohne größere Nervenzusammenbrüche. Und selbst falls der Browser sich mal verabschieden sollte, so gehen in den seltensten Fällen Größere Textpassagen verloren. Blogger speichert in regelmäßigen Abständen zwischen.



Solte so etwas tatsächlich mal vorkommen, so findet man die letzte Gesicherte Version des  Beitrags hier, in der Übersicht. Hier hat man einen Überblick über alle Posts die man bereits veröffentlicht hat, kann sie verändern, löschen (z.B. um einem Abmahn-Gangster zu entgehen), oder die Tags ändern um mehr Besucher anzulocken.


Auch der komplette Look des Blogs lässt sich verändern. Man kann hier die Position der Verschiedenen Elemente vertauschen, Neue Elemente wie Links oder auch Werbeblöcke einfügen, ein Impressum, sofern man nicht wie in diesem Fall eine Private Website betreibt usw.
Auch die Graphische Erscheinung dieses Blogs lässt sich von hier aus verändern. Eine der neuesten Änderungen ist ein Vorlagen-Katalog der es ermöglicht mit nur zwei bis drei Mausclicks ein ansprechendes Design auszuwählen. Ich benutze z.B. momentan Das Theme Bildfenster von Joshua Peterson.



Natürlich lässt sich für die Freaks auch der HTML-Code selbst bearbeiten. Aber warum sollte man das machen, wenn man so eine komfortable Lösung zur Verfügung hat. Dies ist mit Sicherheit ein sehr mächtiges Werkzeug das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.



Damit ist der Erste Teil auch schon abgeschlossen. Natürlich ist dieser Teil nicht vollständig. Die Produktpalette von Google ist immens und wächst immer weiter. Es sollte aber ein Überblick sein wie weit gefächert die Auswahl ist. 
Im zweiten Teil knöpfe ich mir einige lokal installierte Anwendungen von Google vor, unter anderem Google SketchUp, Chrome, oder Google Earth. Das wird allerdings noch etwas dauern. Bis dahin alles gute.

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