Intonation - Da steht ein Chor auf'm Hof!!!

Irgendwie wiederholt sich doch alles, auch ohne Straßenfest. Als sich am 26.07.2010 die Tore des Hofes Reiss in der Hainstraße in Kilianstädten öffneten war die Atmosphäre fast wie in den vorhergegangenen Jahren. Anspannung, Nervosität, und die gespannte Erwartung ob die Veranstaltung ein Erfolg werden, oder doch nur ein riesiges Loch in die Vereinskasse reißen würde.

 Gähnende Leere... aber immer noch mehr los als beim FDP-Fanclub!

Bereits kurz nach der Eröffnung begannen die ersten Besucher auf den Hof zu strömen, darunter auch ein Gastchor aus Windecken, SATuB. Einfach unglaublich, da hängt man bei Anatevka monatelang aufeinander, und bei der ersten Großveranstaltung trifft man wieder auf die gleichen Gestalten!

Wie hieß dieser eine Film nochmal? Manchmal kommen sie wieder?

Und plötzlich sind auch die normalen Gäste da. Der Hof füllt sich sich zusehends, genau so wie die Kassen. Als der Hof dann halbwegs gefüllt ist eröffnen die Jungs und Mädels von SATuB das Musikalische Rahmenprogramm. Da das Eröffnungslied von beiden Chören gleich ist, entscheidet man sich dazu, dieses auch gleich gemeinsam zu Singen. Das Resultat kann sich hören lassen und macht Lust auf mehr. "Das müssen wir öfters machen" ist die einhellige Resonanz in beiden Formationen. Was da draus wird, hier wird man es als erstes lesen können.



SATuB in Aktion - Sorry Leute, dazu fällt mir wirklich kein Kommentar ein...

In der Zwischenzeit hat sich auch unser etwas umtriebiger Chorleiter wieder eingefunden. Also kann auch Intonation sein Programm vorstellen, ein Lied kürzer als ursprünglich geplant, aber immer noch ziemlich Umfangreich. Und auch ohne größere Patzer.
 

Auch wenn die Stuhlkonstruktion  etwas anderes andeutet, unser Dirigent ist bei uns fest im Sattel

Der Hof ist mittlerweile gut gefüllt, man merkt gar nicht das dieses Jahr kein reguläres Straßenfest ist. Auch die lokale Prominenz hat sich eingefunden, allen voran Bürgermeister Stüwe. hier zeigt sich dann allerdings auch ein Problem. Während der Planungssitzungen hatte sich der Vorstand, dem auch ich angehöre, dazu entschlossen, die Menge an warmen Speisen zu reduzieren. Am Samstagabend rächte sich das nun.Bereits gegen 20 Uhr waren sowohl der Hackbraten als auch die Putenpfanne komplett ausverkauft. Auch unser Bürgermeister ging leer aus, da sich ein gewisser Blogger die letzte Portion Hackbraten gesichert hatte...
Wer zu spät kommt...
Dann geht es auch schon Schlag auf Schlag. Im wahresten Sinne des Wortes, denn nun übernehmen die Jungs und Mädels von Schlag auf Schlag den Hof. Stimmung machen können die, und auch das Musikprogramm ist gut gewählt. Nur ein einziges Mal an diesem Abend ertönt "ein Stern." Darüber bin ich denen unendlich dankbar!!!


Der Regelt das - die Technik in Aktion

Auf  einmal wird's leer im Hof. Ganz Intonation ist verschwunden. Im Hinteren Teil ertönt plötzlich ein lautes Getrommel. Da ist Intonation also abgeblieben. Die ziehen wieder ihre Tanznummer ab die schon beim Weinabend für begeisterten Applaus sorgte. Das erklärt auch die Besen mit denen einige unserer Weiblichen Mitglieder vorher durch die Gegend gelaufen waren. Und ich dachte die wollten irgendwo hinfliegen!
Auch dieses Mal schlägt der Tanz ein wie die sprichwörtliche Bombe! Tosender Applaus und der Ruf nach Zugabe lässt darüber hinweg sehen das der eine oder andere Tanzschritt leicht daneben gegangen ist. Hey, wer professionelle Tänzer will, der soll sich an Detlef 'D' Soost wenden!
Der Rest des Abends läuft super. Die Stimmung ist bombastisch, Schlag auf Schlag machen ihre Aufgabe nicht nur gut, was man ja von ihnen bereits gewohnt ist, sondern richtig super. Nur die Tragfähigkeit mancher Bierzelt-Garnituren macht mir etwas Sorgen.



Johnny be good - Johnny? der heißt doch Stefan!
 
Leider wird die Gute Stimmung je durch einen Nachbarn unterbrochen dem das ganze Treiben tierisch gegen den Strich geht. Er droht uns mit Anzeige. Manchen kann man es einfach nicht Recht machen! Kein Wunder das Kilianstädten ausstirbt, wenn man sich solchen Egomanen beugen muss!!! 
Aber was sollen wir machen, eine Anzeige für unseren 1. Vorsitzenden wollen wir natürlich auch nicht kassieren. Wir brauchen den noch. Also machen wir dicht, mit den Umsatzzahlen können wir unter den Rahmenbedingungen sehr zufrieden sein.


Der Sonntag ist der typische "Tag danach." Ich werde vom ohrenbetäubenden Gebrüll der Vögel vor meiner Wohnung aus dem Koma gerissen. Schnell duschen und los, um 1100 hat Intonation seinen Auftritt. 
Die Stimmung am Stand ist verhalten. Anscheinend bin ich nicht der einzige der nicht ganz auf der Höhe ist. Die Hitze tut ihr übriges. Der Stammchor eröffnet den Musikalischen Reigen, gefolgt vom Gesangsverein Oberdorfelden. Neben SATuB ist dies der einzige Gastchor der auf unsere Einladung reagiert hat. Kein Kommentar!
Dann sind wir dran, und ich merke langsam wie sich ein Grillhähnchen fühlen muss. Die Sonne brennt wie Hölle. Unser Dirigent bricht daher auch nach vier Liedern ab. Die einzig richtige Entscheidung!



Langsam füllt es sich. Wenn es doch bei meinem Konto genau so wäre!

Mittlerweile ist die Mittagszeit angebrochen. Die Vorräte sind seit gestern aufgefüllt worden, und so reicht es diesmal für alles. Bezeichnend ist dass diverse Besucher bereits die Deutschen Nationalfarben tragen, in Vorbereitung für das Achtelfinalspiel im Laufe des Tages. Auch eine Leinwand samt Beamer sind aufgebaut worden. England kann kommen (und gehen, wie sich im Verlauf des Spiels zeigen wird).


Ich gebe es zu, wir haben eine respektable Fahne!

Um 1400 stehen die Nachwuchsformationen der Freien Sänger auf der Bühne, der Kinder-, bzw. Jugendchor. Insgesamt Zehn Lieder liefern die kleinen Sängerinnen und Sänger ab, wobei sich gerade der Jugendchor durch ein sehr an den Charts orientiertes Repertoire hervortut. So sind z.B. Silbermond oder Lady Gaga im Programm, wobei letzteres sogar besser klingt als das Original.


Klein und leider auch etwas unterbesetzt - Der Kinderchor.



Der Jugendchor legt los - Die Straße ist leer, der Hof ist voll, so wie es sein muss.
Kurz darauf klingen auch schon wieder die bekannten Trommelklänge. Intonation fegt wieder die Hainstraße leer. Auch wenn wieder der eine oder andere Griff daneben geht, so sagt der Applaus doch genug. Im Abgehen sagt unser 1. Vorsitzender noch "Jetzt fegen wir England weg." 
Diese Äußerung nimmt genau das voraus was man im Hof der Freien Sänger e.V. Kilianstädten ab 1600 zu sehen bekommt. England wird zusammengefaltet, Deutschland bekommt seine Rache für Wembley, und die Stimmung im Hof explodiert. 



Gespanntes Warten - Sorry, von den Toren gibt es keine Fotos, ich war zu sehr mit Jubeln beschäftigt.

Alles in allem ein sehr erfolgreiches Hoffest. Den Rest vom Straßenfest haben wir eigentlich gar nicht vermisst. Die Freien Sänger verabschieden sich jetzt erstmal in die Sommerpause. Was danach passiert steht noch nicht ganz fest, es wird aber beeindruckend.






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