Irgendwann ist alles zuende - Konzertreise Ungarn 2011, meine letzte Veranstaltung mit Intonation

Es sollte eine großartige Zeit werden, der Besuch in Ungarn, zu dem Intonation von unserem Partnerchor in Gyomaendröd eingeladen wurde. Zuerst war es auch für mich einfach unglaublich. Doch leider kam diesmal einiges anders, so das dieser Ausflug zu der letzten Veranstaltung werden würde, die ich mit dem Jungen Chor Intonation gemeinsam bestreite.

Alles fing morgens an; früh morgens; zu früh morgens. Um drei Uhr morgens klingelte mein Wecker. Normalerweise hätte ich mich eher erschießen lassen als zu dieser unchristlichen Zeit aufzustehen, diesmal lag die Sachlage jedoch anders. Es ging nach Ungarn, zurück nach Gyomaendröd, dorthin wo ich mit Intonation anno 2008 eine wunderbare Zeit gehabt hatte. Wieder sollte es mit dem Flugzeug hingehen. Da Ryanair die Strecke leider (Gott sei dank?) mittlerweile ausgedünnt hatte blieben uns nur MALEV und Lufthansa, und schlußendlich gab dann der Preis den Ausschlag mit der Kranich-Airline zu fliegen.
Nachdem ich mich frischg emacht, einen schnellen Kaffee getrunken, und die letzten Sachen in den übervollen Koffer gepackt hatte ging es um vier Uhr morgens (würg) zum Bahnhof Kilianstädten, wo mich der Shuttlebus, den der Verein gebucht hatte, aufgabeln sollte. Nachdem wir noch einige Nachzügler eingesammelt hatten ging es durch ein verschlafenes Frankfurt zum Flughafen.
So verschlafen die Stadt selbst auch war, am Flughafen war bereits einiges los. Diverse Langstreckenflüge standen an, und der Mangel an Geschäftsleuten an diesem Feiertag wurde durch die enorme Menge von Touristen mehr als wett gemacht. Der angekündigte Gruppen-Check-In-Schalter der Lufthansa war geschlossen, weshalb sich der Chor auf die weit verteilten Automaten und Einzelschalter verteilte. Da ich in Anbetracht der Touristenmassen das schlimmste befürchtete, machte ich mich gleich auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Das Thema war schnell abgehakt, wie ich es in Frankfurt eigentlich auch gewohnt bin.
Nach der Sicherheitskontrolle war es etwas ruhiger. Nach einem kurzen Blick in den Duty Free /Travel Value Shop machte ich mich auf die Suche nach einer Möglichkeit zu frühstücken. Ich rechnete damit das es an Bord nicht allzu viel geben würde. Leider war das Angebot im Flugsteig A sehr ausgedünnt, nicht zuletzt auch wegen der Bauarbeiten am Flugsteig A Plus lag, der in dem Bereich an den Flugsteig A angeschlossen werden soll. Das einzige Cafe war dementsprechend überfüllt, und in Anbetracht der Reaktionsgeschwindigkeit wäre vielleicht Cafe Valium die bessere Bezeichnung gewesen.


Der Weg ist Dunkel - 70er-Jahre-Ästhetik im Terminal 1


Blick vom Cafe auf den neuen Flugsteig A Plus. Viel fehlt da nicht mehr...

Nach einem Kaffee und einem ofenfrischen Croissant machte ich mich auf zum Gate um zu schauen ob sich was getan hätte. Und tatsächlich, die Maschine für den Flug nach Budapest stand auf ihrer Parkposition. D-AIBA, ein Airbus A319-100 der am 23.12.2009 an Lufthansa ausgeliefert wurde.


D-AIBA am Gate A13. Ein besseres Foto ging leider nicht.

Das Boarding beginnt pünktlich. Aufgrund meiner Sitzplatznummer bin ich einer der ersten in der Maschine. Mir fällt sofort auf das sich da einges im Vergleich zu meinem letzten Lufthansa-Flug geändert hat. Okay, der war 2002, also schon ein Weilchen her. D-AIBA muss in den Monaten vor meinem Flug in der Werft gewesen sein, sie ist nämlich bereits mit der neuen Europa-Kabine der Lufthansa ausgerüstet, inklusive der neuen Recaro-Slimline-Sitze. Das Werbeversprechen von mehr Komfort und Beinfreiheit bei gleichem Sitzabstand, die Lufthansa bei der Vorstellung im Dezember 2010 gemacht hat, trifft in diesem Fall voll und ganz zu. Selbst jemand von meinem Format (Querformat ;-) ) hat keine Probleme, es sich in den Sitzen bequem zu machen.




Schnappschuss vom Boarding. Es geht also wieder los!



Die neue Europakabine der Lufthansa wirkt im Original viel besser als auf den Fotos. Wirklich gut gemacht, Kranich!

Da ich Platz 25D bekommen habe, gibt es vom Flug leider kaum Bilder. Immerhin blieb der Mittelplatz leer. Pushback vom Gate A13 erfolgte ziemlich pünktlich, und dann begann die Pilgerfahrt zur aktiven Runway. Start-, und Landerichtung war Ost, weshalb wir an den Frachtterminals und Wartungshallen vorbei zur Runway 07L rollten. Durch das Fenster konnte ich die Silhuette einer Boeing MD-11 im Endandlug erkennen. Nachdem wir ihr den Vortritt gelassen hatten rollten wir in Position und schossen in den stahlblauen Himmel über Frankfurt. 
Der Start war typisch für einen A319, die Beschleunigung war stark, und die Maschine schoss in die Luft als ob es um Leben und Tod ging. Zugegebenermaßen, wenn man bedenkt wie stark der Frankfurter Luftraum frequentiert ist, dann ist diese Möglichkeit nicht wirklich auszuschließen. Nach dem Start ging es mit Kurs Ost über Bayern , Tschechien und Österreich nach Ungarn. Der Flug war mehr als ruhig, die Maschine lief wie auf Schienen. Da liegen die Jets im Miniatur Wunderland vermutlich unruhiger in der Luft!
Kurz nach dem Start begann die Fütterung der Raubtiere, ähm der Getränke und Essens-Service. Bei den Getränken stand zwar die volle Auswahl zur Verfügung, bein Frühstück hingegen war die Auswahl nicht so groß, bzw. nicht existent. EIn Obstsalat und ein Mini Eclair, mehr gibt es nicht. Das reicht für einen derartigen Flug mehr als aus.


Mahlzeit!

Bereits kurz nachdem alle Passagiere versorgt waren wurden die Triebwerke gedrosselt und es ging in den Sinkflug. Es ging über die Innenstadt, und nach einer Schleife landete D-AIBA auf der Runway 31R des Budapester Flughafens. Nach einem Harten Bremsmanöver kamen wir am Gate A13 (Zufall?) zum stehen.


D-AIBA am Gate 13, Flughafen Budapest

Der Flughafen Budapest besteht eigentlich aus zwei separaten Flughäfen die durch eine Reihe von Taxiways verbunden sind. Der eine Teil, Ferihegy 1, ist der ursprüngliche Flughafen der in den 40ern gebaut wurde und umfasst die Fracht-Terminals, Wartungshangars und das alte Terminal, das bis in die 80er das einzige am Flughafen war. Nach einer aufwändigen Restaurierung wird es mittlerweile von Billigfliegern wie Ryanair, Germanwings oder Wizzair genutzt. In meinem Bericht zum ersten Chorausflug nach Ungarn sind Bilder zu finden.
Der andere Teil, Ferihegy 2, wurde Mitte der 1980er-Jahre errichtet, nachdem Ungarn begonnen hatte, sich dem Westen zu öffnen. Neben dem Dreieckigen Terminal 2 (Heute 2A) wurden hier eine neue Großküche, die zweite Runway, und der markante neue Tower des Flughafens hochgezogen. Mittlerweile wird ein Großteil der 9 Millionen Fluggäste in BUD im Komplex Ferihegy 2 abgefertigt, wo im Terminal 2B der ungarische Flag Carrier MALEV seine Heimatbasis hat. Der neueste Teil dieses Komplexes ist der SkyCourt, doch dazu später mehr.

Während Terminal 1 zwar mustergültig renoviert aber ziemlich klein ist, liegt die Situation im Terminal 2A komplett anders. Hier ist der Ankunftsbereich zwar schön groß, strahlt aber den "gediegenen" Charme der 80er Jahre aus! Die vom Vorfeld durch die Gepäcktore hereinströmende Kerosingeschwängerte Luft sorgte für eine "spezielle" Atmosphäre. 


Der Charme eines Deutschen Behördenbunkers aus den 1970ern - Terminal 2A in Budapest

Die Wiedersehensfreude mit den Mitgliedern des Gastgeberchors aus Gyomaendröd konnte dies nicht schmälern. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es in den Bus und auf die dreistündige Ochenstour nach Gyomaendröd, mitten rein in die Puszta.
Die folgenden Tage vergehen wie im Flug. Noch am Anreisetag besuchten einige Intonation-Mitglieder, unter ihnen auch ich, das Lokale Druckerei-Museum. Ein sehr angenehmer Besuch, was nicht zuletzt mit dem kühlen Innenraum des Museums zu tun hatte. Freitag entpuppte sich als angenehmster Tag der Woche. Bereits am Morgen standen Besuche und Auftritten in drei Schulen in Gyomaendröd an. Bereits der erste Auftritt raubte uns den Atem. Die Halle war voll von Kindern, die dann auch begeistert mitgingen. In der katholischen Schule war die Reaktion etwas gedämpft, während in der letzten der drei Schulen wieder ein umwerfender Empfang auf uns wartete. Den Nachmittag verbrachte der gesamte Chor im Schwimmbad, wo man meiner Meinung nach auch den ganzen Samstag hätte verbringen können.


Auf dem Weg zum Bad - Nein, das Verschilfte Etwas links und Rechts ist nicht das Becken!!!

Am Abend ging es dann in die große Kirche in Gyomaendröd für die große gemeinsame Probe. Die Akkustik war wirklich beeindruckend, auch wenn alle vom Nachmittag im Schwimmbad geplättet waren. Die Hohen Temperaturen (es waren durchgehend 30 Grad oder mehr Tagsüber) taten ihr übriges. Am Ende des Abendessens ging ich nur noch auf dem Zahnfleisch.
Am Samstag fing alles ganz gut an. Nach dem Frühstück stand noch einmal eine kurze Probe an, so gut es im Hinterzimmer der Pension wo wir untergebracht waren ging. Danach ging es in den Bus nach Szarvas, wo wir ein volkstümliches Festival besuchen sollten. Vor dem Besuch des Festivals ging es jedoch noch auf eine kleine Tour durch die Parks und über die Flüsse der Stadt.


Wenn's nicht anders geht wird auch schon mal am Billardtisch geprobt.


The Red Threat ;-)


Die Festivalbühne in Szarvas. Da würd ich gerne mal spielen!


Was ist denn das für ein unförmiges etwas? Nicht das Gebäude, das auf dem Wasser!


Der Seelenverkäufer würde uns später wieder begegnen.


Mittagessen?

Dann ging es zu einem unscheinbaren Privatgrundstück. Wir waren schon verwundert was das sollte. Die Sache wurde schlagartig klarer als der Seelenverkäufer den ich weiter oben geknipst hatte, näher kam und am Anleger des Hauses längsseits ging. Es ging also auf Bootstour, weil als Schiff konnte man diese Konstruktion nun wirklich nicht bezeichnen.


Auf den Altarmen der Körös unterwegs..


Nach einer Fahrt mit dieser Konstruktion wird einem klar warum der Deutsche Name des Flusses "Kreisch" heißt.


Nicht nur in England gab es fragwürdige Millenniums-Projekte.


Blick auf die Körös

Nachdem wir die Tour mit dem Seelenverkäufer überstanden hatten ging es durch Szarvas zum Festival-Gelände am Ufer des Körös-Altarms. Neben einem Volksmusikprogramm (war erheblich besser als es sich anhört) waren hier auch diverse Stände mit verschiedenen Fischsuppen. Laut unseren Übersetzern war dies eine Art Wettbewerb der verschiedenen Köche. Wie da unser Mittagessen ausfiel kann man sich ja denken. Leider wurde der Fisch nur grob zerteilt in die Suppe geworfen so das ich mich Auge in Auge mit der Kiemensektion eines Karpfens wiederfand. War ja klar das der Fischkopp im Chor den Fischkopp abbekommt!


Wohl bekomm's!

Auf dem Rückweg zum Bus hab ich es dann geschafft, mir den Fuß zu verstauchen. Ich hab zwar nicht den Boden geküsst, aber von dieser Verletzung würde ich noch zwei Wochen etwas haben! Trotzdem machte auch ich den Besuch bei der Feuerwehr von Szarvas noch mitgemacht. Auch wenn die Wache sicherlich nicht mehr die neueste ist, so sieht man den Jungs die dort Dienst tun ihren Stolz auf den Job doch an.


Die Handspritze funktioniert!


Die Chorkleidung wurde extra für diesen Besuch angepasst ;-)


Wer da noch durchblickt....

Nach der Rückkehr kam es dann zu einer Reihe von Ereignissen und Auseinandersetzungen die dazu führten das es mir nicht mehr möglich war, mit diesem Chor weiter zusammen zu arbeiten. Das Verhalten einiger Chormitglieder mir gegenüber war einfach unentschuldbar, auch wenn durch das umknicken und einen kapitalen Sonnenbrand sowie Schlafmangel meine Nerven extrem angespannt waren.





Die Rückfahrt lief in gedrückter Atmosphäre ab, ich konnte es kaum erwarten zum Flughafen zu kommen. Dies lag nicht nur an den Ereignissen am vorherigen Tag sondern auch daran das fast der gesamte Chor ziemlich übernächtigt war.



Segelflugschlepp in der Nähe von Szolnok

Je näher wir dem Flughafen kamen, desto größer wurden die Gewitterwolken, die sich überall um den Bus herum bildeten. Anscheinend bahnte sich das Ende der Hitzewelle an. Die Chancen auf einen Gewitterflug stiegen damit auch dramatisch an. Bei der Ankunft am Flughafen Budapest war selbiger im Osten und im Westen von massiven Gewittertürmen eingerahmt.


Stillleben mit Terminal und Gewitterwolke

Das Terminal 2A strahlt auch auf der Abflugebene den Charme der 80er-Jahre aus. Die Check-in-Schalter sind in einer Reihe an der Stirnseite der Haupthalle aufgereiht, was ich eher von Flughäfen wie Salzburg oder Hahn erwartet hätte. Auch hier fand der Check In individuell statt, was sich allerdings sehr verzögerte, da die Lufthansa-Schalter noch nicht besetzt waren, und von den vier Star-Alliance-Checkin-Automaten nur zwei funktionierten. Eine Japanische Touristengruppe im Terminal machte die Sache nicht gerade übersichtlicher. Nachdem ich meinen Boardingpass am Automaten gezogen hatte ging es in die Schlange zur Gepäckabgabe. es ging schneller als erwartet, und ich hatte diesmal immerhin einen Festerplatz an Land gezogen. 


Whatever happened to the Eighties? Sie haben es sich im Terminal 2A bequem gemacht.


Beinahe am Ziel!

Das Lunchpaket aus der Pension war nicht wirklich reichhaltig gewesen, also machte ich mich gleich auf den Weg zur Sicherheitskontrolle und in den neuen Skycourt. Nur eine der beiden Sicherheitsschleusen war offen, weshalb ich einen Umweg über das Terminal 2B machen musste. 


Durch diese hohle Gasse muss er kommen. Gang durch den Skycourt zur Sicherheitskontrolle.


So lebt also MALEV. Man merkt das Terminal 2B Zehn Jahre jünger ist.

Die Sicherheitskontrolle lief einwandfrei ab, schnell und professionell. Nachdem ich meine Habseligkeiten wieder verstaut hatte ging es in den Sky Court selbst. Wie an so vielen Flughäfen wird man auch in BUD mittlerweile direkt nach der Sicherheitskontrolle durch einen großen Duty-Free-Shop geleitet. So versuchen die Flughäfen ihre Erlöse aus vermieteten Geschäftsflächen zu maximieren.
Der Skycourt selbst ist absolut beeindruckend, und würde auch gut an Flughäfen wie Frankfurt oder New York passen. Neben dem großen Duty-Free-Shop umfasst er noch diverse Boutiquen auf der Hauptebene, und einen großen Food Court auf der oberen Ebene. Dieser war mein erstes Ziel, da ich wie schon geschrieben einen Bärenhunger hatte. Der Italiener im Food Court, eine Art Vapiano-Klon war genau das richtige. Angenehm gesättigt ging es dann noch mal runter in den Duty-Free-Shop zum Mitbringsel organisieren und Frustshopping!


Stairway to heaven? Immerhin gehts zum Food Court!


Hohe Decken, Glasfronten, Ledercouches, offene Räume - Der Architekt verdient 'nen Preis!


Blick Richtung Terminal 2B

Mit Parfums und Schokolade im Gepäck ging es dann zum Gate A12, wo planmäßig unsere Maschine nach Frankfurt starten sollte. Das Gate lag wiederum im alten Terminal 2A, das zudem noch umgebaut wird. Der Wartebereich war daher auch stickig und dunkel. Nach wenigen Minuten wurde das Gate getauscht. Anstatt von Gate A12 ging die Maschine nun vom Gate A13. Irgendwie klebt diese Gatenummer an mir mit Kaugummi. Außerdem folgte die Durchsage das die Maschine ca 15 Minuten später kommen würde. Häh??? Sind wir bei der Deutschen Bahn??
Nachdem die Wartezeit fast abgelaufen war, rollte unsere Maschine ins Blickfeld. Mir fielen vor Erstaunen fast die Augen aus dem Kopf. Es war D-AIRX, der Airbus A321-200 in der Retro-Lackierung der Lufthansa! Für mich war dies natürlich eine Riesenüberraschung, das wir bei über 200 Maschinen in der Lufthansa-Flotte ausgerechnet den Jet erwischt hatten.



Da kommt sie, unsere Maschine für den Flug nach Frankfurt.
D-AIRX, Hersteller-Seriennummer 887, ausgeliefert am 17.09.1998 direkt an Lufthansa.


Man kann über die Lackierung geteilter Meinung sein, abwechslungsreicher als die Aktuelle Lufthansa-Livery ist sie auf jeden Fall!


Fast da - Kurz vor Gate A13

Der Turnaround der Maschine dauert ziemlich lang. So ein A321 ist halt nicht der kleinste. Ich bin aufgrund meiner Sitzreihe wieder einer der ersten in der Maschine. Sie ist noch mit der alten Kabine ausgestattet, wie ich zu meinem Leidwesen feststellen musste. Man merkt die paar Zentimeter Sitzabstand die da fehlen sofort. Nachdem das Boarding abgeschlossen war meldete sich der Captain aus dem Cockpit mit der Meldung das wir momentan noch aufgrund von Luftraumüberfüllung am Boden bleiben müssten. Er wäre allerdings nocht "In Verhandlungen" mit der Flugsicherung. Nach ca. 15 Minuten meldete er sich erneut.
"Meine Damen und Herren, Die Gespräche mit der Flugsicherung haben ein Ergebnis erzielt, jedoch nicht das was wir erhofft hatten."





Warten auf Godot? - Wohl eher auf die Flugsicherung!



Schwer zu erkennen, aber aufgrund der Hohen Luftfeuchtigkeit bildete sich Nebel vor den Auslässen der Klimaanlage!

Nun sollten wir noch über eine Stunde am Boden bleiben!  Mittlerweile war allerdsings der Grund bekannt. Über Fankfurt hatte sich eine starke Gewitterzelle breit gemacht, die zur Schließung des Frankfurter Luftraums geführt hatte. Um einen Rückstau in der Luft zu vermeiden hatte die Flugsicherung (vermutlich Eurocontrol selbst) einen Ground Stop veranlasst, d.H. alle Maschinen zu diesem Flughafen wurden am Boden zurückgehalten.
Die Kabinencrew war zu diesem Zeitpunkt bereits damit beschäftigt, Mineralwasser an die wartenden Passagiere auszuschenken. Die beiden Passagiere neben mir wurden langsam nervös, da sie noch Anschlussflüge erreichten mussten. Nach 45 Minuten ging es endlich los; Pushback und danach zur Runway 31L, wo wir noch eine landende Wizzair-Maschine abwarten mussten.
Der Start war kraftvoll. Man merkt das die IAE V2500 Triebwerke der Airbus A321 erheblich mehr Leistung haben, die Maschine gleichzeitig auch erheblich größer ist. Im Vergleich zur kleineren A319 schienen wir ewig zu brauchen um abzuheben. Ich bin mal gespannt wie das bei meinem New-York-Flug Anfang August wird!
Bereits kurz nach dem Start flogen wir eine Reihe ziemlich enger Kurven, um möglichst aus den immer noch präsenten Gewitterwolken rauszubleiben. Danach gingen wir auf einen direkten Westkurs. Dunst und Tiefliegende Wolken machten es praktisch unmöglich zu sehen, wo wir uns befanden. Erst gegen Ende des Fluges tauchte unter uns ein Flugplatz auf, den ich erkennen konnte, die Parallelen Runways des Fliegerhorstes Manching/Ingolstadt, soweit, so gut.


Moment mal!


INGOLSTADT????


Sind wir bei der letzten Luftstraßenkreuzung falsch abgebogen???


Anscheinend hatte uns die Flugsicherung etwas südlicher gehalten um uns von einer Begegnung mit dieser Gewitterzelle über Frankfurt abzuhalten. Kurz nach Ingolstadt drehten wir dann nach Nordwesten ab, um den Anflug zu beginnen.



Am Unteren Rand des Fensters ist der markante Altmühlsee zu sehen...


Voraus wurde es immer dunkler. Der Rückwärtige Teil der Gewitterfront hing wohl immer noch über Frankfurt.Ein entsprechender Hinweis aus dem Cockpit sorgte dafür das die Flugbegleiter ihren Service ziemlich schnell beendeten. 
In Anbetracht der dunklen Wolkenwand waren der Landeanflug und die Landung selbst ziemlich unspektakulär. Die Landung erfolgte aus Richtung Westen über Runway 07R. Obwohl wir direkt gegenüber der Terminal 1 die Runway verließen war es eine kleine Odyssee bis wir unsere Parkposition erreicht hatten. Immerhin war der Anblick außerhalb der Maschine höchst angenehm: Regen, und Temperaturen von deutlich unter 30 Grad! Himmlisch.


Traumhaftes Wetter!

Nach der Landung wurde es noch einmal kurz dramatisch. Eine unserer Sängerinnen hatte während des Landeanfluges Kreislaufprobleme bekommen und musste vom Rettungsdienst aus der Maschine geholt werden. Noch während wir in der Gepäckausgabe warteten erfuhren wir jedoch das es ihr schon wieder besser ging.
Die Busfahrt nach Hause war ruhig und ohne Besonderheiten. Ohne mich noch groß zu verabschieden machte ich mich dann vom Bahnhof auf den Weg nach Hause. Ich wollte einfach nur noch meine Ruhe und war heilfroh wieder in den eigenen vier Wänden zu sein! 
Der Schlusspunkt allerdings wurde am Dienstag nach der Rückkehr gesetzt. Ich musste wegen einer heftigen Schmerzattacke von der Arbeit abgeholt werden und verbrachte den Abend in der Notaufnahme des Klinikums Frankfurt Höchst. Die Genaue Ursache ist unklar, aber die Ärzte vermuten das es eine Reaktion des Körpers auf die Streßsituation während der letzten Tage gewesen ist.
Es ist schade das meine Mitgliedschaft bei den Freien Sängern so enden muss, aber so wie einige "Mitsänger" mich behandelt haben, auch wenn es nur einige wenige waren, bleibt mir keine Andere Wahl als diesem Verein den Rücken zu kehren. Viel Glück, Intonation!


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