Das Leben in vollen Zügen genießen

Ich fahr ja regelmäßig mit der Deutschen Bahn, und zwar nicht nur zur Arbeit, sondern auch zu meinen Eltern ins wunderschöne Speyer. Beim letzen mal war ich mal wieder Zeuge des hervorragenden "Krisenmanagements" der Deutschen Bahn. Zum Wiederholten Male war Mecklenburg Vorpommern von Schneestürmen heimgesucht worden und dort wiederum waren diverse Eisenbahnstrecken durch Schneeverwehungen blockiert. 
Nun gut, gegen das Wetter ist die Bahn machtlos. Jeder, der auch nur zwei funktionierende Gehirnzellen hat weiß das. Auch Reservezüge stehen nicht beliebig zur Verfügung. Eine Wagengarnitur ist bereits fest für einen IC nach X verplant, Andere Wagen werden für Regionalexpress-Züge nach Y gebraucht. Dann müssen diverse Wagen für turnusmäßige Untersuchungen in die Werkstätten, Garnitur Z hatte unterwegs 'nen Elektrikausfall, und die Bahn hat nun mal nur eine beschränkte Anzahl Waggons und ICE-Triebzüge zur Verfügung. Kein Wunder das dementsprechend Disponententätigkeiten immer etwas von Schwarzer Magie haben!


Das Resultat dieser Verkettung von Umständen konnte man am Freitag dme 12.02.2010 am Frankfurter Hauptbahnhof beobachten. Freitag ist sowieso ein Tag mit starkem Reiseaufkommen (Wochenendpendler, Wehrdienstleistende, sowie irgendwelche Verrückten Blogger die ihre Eltern nicht in Ruhe lassen können ;-) ). Wenn man dies jedoch mit dem oben genannten Problem kombiniert sieht das Resultat so aus:


 

Das Bild wurde von der DB-Lounge am Frankfurter Hauptbahnhof aus aufgenommen. Dank genügend Bahn-Bonus-Punkten hatte ich die Chance mich aus diesem Gewimmel zu entfernen. Dann jedoch  begann das Ärgernis: Mein Zug hatte aufgrund des schlechten Wetters im Norden 20 Minuten Verspätung. Soweit so schlecht, aber halt verständlich. Um 18:20 wurde der Zug in der DB-Lounge durchgesagt, ich schnappe meine sieben Sachen und stürzte mich in das Gewühl am Gleis 6. Auf den Elektronischen Anzeigern stand jedoch noch immer ein InterCity nach (glaube ich) Karlsruhe! Da schallte dann aber die Durchsage über den Bahnsteig das mein geplanter ICE 79 nach Basel einfahren würde. Ich entspanne mich etwas und warte auf die Lichter am Ende des Bahnsteigs. 
Was kommt jedoch reingefahren? Eine E-Lok der Baureihe 101 (Sonderlackierung "Mannheimer Adler", für die die es interessiert), das Zugpferd der Intercity-Flotte, mit dem InterCity nach Karlsruhe!! Soviel zum Thema Information! Am Gleis 6 herrscht nun natürlich totale Verwirrung. Also ab zum Service Point, an dem gemessen an den Verspätungen erstaunlich wenig los ist. 5 Minuten Wartezeit später (Ich sagte doch, erstaunlich wenig los!) sagt mir der freundliche (ehrlich) Bahnmitarbeiter: "Ja, der kommt auf Gleis 6." Auf meinen Hinweis das dort bereits ein InterCity steht kommt nur ein lakonisches "dann kommt er halt danach." Auf den Hinweis auf die Durchsage wird nur noch der Kunde hinter mir herangewunken. Na danke schön!!
Schlußendlich kommt der ICE 79 dann doch noch an Gleis 6 an, 25 Minuten nach der ersten Ansage. Das der Zug voll ist bis obenhin ist zwar ärgerlich aber in anbetracht der oben genannten Problematik verständlich. Außerdem sind die ICEs die einzigen Züge wo selbst der Fußboden bequem ist!
Und die Moral von der Geschicht?:
Liebe Bahn, ich habe vollstes Verständnis dafür das ihr nur mit einer beschränkten Wagenflotte operiert, und auch das eure Strecken nur eine bestimmte Anzahl Züge vertragen. Das allerdings zwei Stellen am Selben Bahnhof, Fahrdienstleitung und Information, nicht in der Lage sind miteinander so zu kommunizieren das die Fahrgäste korrekt informiert werden, ist unentschuldbar. Gerade wenn man so ein Gewimmel:


auf den Bahnsteigen hat ist rechtzeitige Information oft das einzige was die Menge vom überkochen abhält. Nur so als Tipp!

P.S.: Ich fahr trotzdem noch gerne Bahn!

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