Intonation - ein Chor steht im Wald

Das ein Chor den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht ist ja an für sich nichts neues. Mir selbst geht es bei unseren Proben oft genauso. Letztes Wochenende hat es Intonation, der Junge Chor der Freien Sänger, allerdings wörtlich genommen.


Sieht aus wie das Ende der Welt, ist aber nur der Taunus...
Jedes Jahr zieht sich Intonation ein Wochenende auf eine Jugendherberge zurück, praktisch als Musikalisches Trainingslager. Dieses Jahr stand Grävenwiesbach auf dem Programm. Am Freitag ging es los. Pünktlich um 19:00 stand dann der Chor im Wald! Die Jugendherberge ist wunderschön gelegen, und auch der Probenraum war mehr als ausreichend. Leider fehlte noch eine wichtige Kleinigkeit: Der Chorleiter! Der kam aufgrund einer anderen Veranstaltung erst gegen 20:30! Naja, besser spät als nie.

Zweite von Links: Weißt du was der Chef will?
Zweite von rechts: Wie sollen wir das noch mal Singen
Person in der Mitte: Wieso glauben die beiden eigentlich das ich weiß was hier vorgeht?
 
Nach dem Einsingen wird das erste neue Lied im Repertoire für Intonation. Wobei, eigentlich handelt es sich bei "Body  and Soul" um eine komplette Gospelmesse. 14 Lieder, wenn ich mich richtig entsinne. Dies ist der erste Teil des Programms für das geplante Weihnachtskonzert. Was da zusätzlich noch kommt, darüber schweigt sich unser Chorleiter vorsorglich aus. Ob das einen Grund hat?
Auch für das Hoffest am 26.06. wird kräftig geprobt. Da wir ja kein Straßenfest mehr haben müssen wir halt selbst ein umso besseres Programm liefern. Auch wenn mir einige Lieder gehörig gegen den Strich gehen haben wir unser Programm daher noch mal gestreckt. 


Ist das beim Bass Konzentration oder Übermüdung?
Nach gut 90 Minuten ist die Probe beendet - Jetzt kommt der angenehme Teil. Vor der Probe sind diverse Bierkisten und sonstige Flaschen in unseren Probenraum gewandert. Denen geht es jetzt an den Kragen. Hmm, Flaschen am Hals packen und noch den letzten Tropfen rausquetschen - Warum erinnert mich das nur so an meine Arbeit?

Noch ist der Raum unschuldig - aber was in Grävenwiesbach passiert BLEIBT auch in Grävenwiesbach!



L'Chaim!!! Oh, sorry, falscher Chor!


Das ist mir zu schwer! Lass uns Schach spielen...

Wie intensiv solche Nachbesprechungen sind lässt sich oft an zwei Indikatoren ablesen: Der Anzahl der überlebenden Bier/Radler/Sonstigen-Flaschen, sowie der Anzahl der Leute die am nächsten Morgen zum Frühstück erscheinen. Nicht immer sind beide Indikatoren synchron, denn die Getränkereserven waren in diesem Jahr erheblich niedriger als sonst. 
Dementsprechend war der Frühstücksraum am Samstagmorgen auch gut gefüllt. Das Buffett hätte aber reichhaltiger sein können, da hab ich auch schon bei einer Jugendherberge bessere Auswahl gesehen.  Immerhin der Kaffee ist gut!
Die Frühstücksbrötchen sind kaum an ihrem Ziel angekommen, da geht es auch schon weiter. Der Chorleiter will diverse Baustellen beseitigen, die am Abend zuvor aufgetreten waren. Viel Glück dabei, das nimmt er sich jedes mal auf's neue vor!


Der Typ da am Klavier glaubt doch tatsächlich er hätte hier was zu sagen!
Während sich die Frauen ihre Lungen aus dem Leib sangen (Warum fingen auf einmal alle Hunde in der Umgebung an zu heulen?) wurde ich von diversen Angehörigen unserer Sänger durch die Landschaft gescheucht. Woher nehmen diese kleinen eigentlich ihre Energie? Meine Knie und Oberschenkel fühlen sich heute immer noch an wie nach'ner Mount-Everest-Besteigung! Das Gelände ist aber auch sehr hügelig. Man merkt das der Taunus ein Mittelgebirge ist. Gott sei Dank hat er es nicht mehr bis zum Hochgebirge geschaftt!
Dann müssen auch schon wir Männer ran. Unser Chorleiter hat die Probe mit den Frauen in überraschend gutem Zustand überlebt, also nimmt er sich jetzt mit uns "Body and Soul" im Detail vor. Die Texte sind, wie fast immer wenn ein Österreicher sich am Englischen vergreift, etwas fragwürdig. Die Musik jedoch haut selbst mich als Kirchen und Christentumskritiker vom Hocker, zumindest teilweise. Aber auch mein Absoluter Favorit, Africa, steht auf dem Programm. Die A-Capella-Variante könnte auch als "Rache des Bass" bezeichnet werden, denn endlich hat mal selbiger die Melodiestimme, während sich Sopran und Alt mit halbkriminellen Begleitstimmen herumschlagen müssen.
So geht der restliche Samstag vorbei. In den Pausen werd ich durch's Gebüsch gescheucht, bei den  Proben wird heftig gearbeitet um diverse Patzer auszugleichen. Hey, niemand ist perfekt, okay?
Am Abend muss unser Chorleiter weg (Der hat noch 'nen anderen Chor, treulose Tomate! ;-) ) Unser 1. Vorsitzender versucht den Ersatzchorleiter zu geben. Zwei Lieder kriegen wir so durch, beim dritten rückt unser Klang in die Nähe der Körperverletzung. Also brechen wir ab und konzentrieren uns auf etwas anderes.



Die Überreste der Nacht....



Wenn die Einsätze in unseren Lieder doch bloß auch so leicht zu erwischen wären wie dieser Ball....


 Naja, für Michael Jackson's "Thriller"-Choregraphie reicht es nicht ganz...


Tja, Außen liegende Tischtennisplatten haben so ihre Tücken.


Die Anzahl an Sängern, die am nächsten Morgen zum Frühstück erscheinen spricht Bände. Es wurde in der Nacht zuvor anscheinend etwas später. Unser vagabundierender Chorleiter ist mittlerweile auch wieder eingetroffen, also können wir ein letztes Mal nach Stimmen getrennt proben. Diesmal machen die Männerstimmen (Bass und Tenor) den Anfang. Naja, immerhin die Tonlagen stimmen, mehr kann man an einem Sonntag morgen nicht erwarten.
Der Rest des Tags geht schnell rum, während die Frauen proben räumen die Männer ihre Zimmer. Nach einer gemeinsamen Probe und dem letzten Mittagessen ist auch schon Schluss. Der Chor macht sich auf den Heimweg, leicht verkatert aber zufrieden. 



Die Rache der Vogelwelt - Das kommt davon wenn man bei den " 3 Weißen Tauben" der EAV laut aufdreht!



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